Die Insel

Es spielen: Guido Aengenheyster, Mark Zabinski

 Regie & Bühenbild: Irina Miller

Assistenz: Frank Dietzel

Licht: Dimi Bilov

Premiere: 14. Februar 2002, ARTheater, weitere Vorstellungen: ARTheater, Arkadas-Theater, Justizvollzugsanstalt Adelsheim

Aufführungsdauer: ca. 1 1/2 Std.


„Die Insel“ wurde zu Zeiten der Apartheid und Rassenunruhen in Südafrika geschrieben, beschreibt also ein System, welches nicht mehr existiert. Man könnte demnach annehmen, es habe durch die politischen Umbrüche in seinem Herkunftsland seine Aussagekraft verloren. Doch dies ist nicht der Fall: heute noch sitzen Menschen unter menschenunwürdigen Bedingungen in Gefängnissen auf der ganzen Welt ein. Noch immer gibt es totalitäre Systeme, die das Volk durch Strafmaßnahmen zum Schweigen bringen wollen. Der Schrei nach Freiheit scheint notwendig, um sich von den Fesseln zu lösen.
Eine intensive, ausleuchtende Erzählung über zwei Männer, die durch den Zufall aneinander gekettet und aufeinander angewiesen sind.

Athol Fugard

1932 in Südafrika (Middelburg) als Sohn eines irisch-englischen Vaters und einer burischen Mutter geboren, spiegelt Fugards Biografie die Probleme der sozialen und ethnischen Gegensätze seines Landes wider. So wurde er z. B. bei seiner Arbeit in einer schwarzen Theatergruppe oder als Gerichtsschreiber mit Einzelschicksalen insbesondere von Schwarzen konfrontiert.

Der Text für „Die Insel“ ist in Zusammenarbeit mit zwei schwarzen Schauspielern entstanden.

Seit den 1960er Jahren tritt Fugard als Regisseur und Schauspieler in seinen Stücken auf.

Fotos: Wolfgang Weimer

 

 

 

Pressestimme: Kölner Stadt-Anzeiger, 14.02.2003

Das Drama „Die Insel“ des Südafrikaners Athol Fugard bedarf schon einer wirklich inspirierten Inszenierung, um die Grundkonstellation glaubhaft zu machen, woran das Gelingen der Aufführung hängt….
Auf der Gefängnisinsel Robben Island (vor der Küste bei Kapstadt) proben zwei Häftlinge in ihrer Freizeit „Antigone“ von Sophokles. Wie sie an diesen nicht ganz einfachen Stoff gekommen sind und was sie dazu bewegt, sich nach der Schufterei im Bergwerk abends mit antiker Tragödie herumzuschlagen, erfahren wir nicht. Irina Miller und ihren exzellenten Schauspielern Guido Aengenheyster und Marc Zabinski gelingt auf der Bühne des ARTheaters das Kunststück, sich über die (hier enorme) Kluft zwischen Kunst und Leben leichtfüßig hinwegzusetzen. Dabei geht Miller den schwierigeren Weg, indem sie auf Verfremdungen verzichtet und das Gefängnisleben derb physisch darstellt….In der Schlussszene, dem Aufeinanderprallen zwischen Gesetz und Individuum, zwischen Kreon und Antigone verdichtet sich das Aufbegehren der Gefangenen wie unter einem Brennglas. Weder Sophocles noch Kapstadt wirken hier fern….