Reigen

Ein Tanz der Versuchung in zehn Sündenfällen von Arthur Schnitzler.

Ein Reigen aus Leidenschaft, Sexualität, Spiel, Lust, Betrug, Koketterie, Begierde, Verführung, Grobheit und Zärtlichkeit. Ein Porträt des Autors Arthur Schnitzler, der Gesellschaft und ihrer Moral und eines Jeden von uns. Es ist eines der skandalösesten Theaterwerke des 20. Jahrhunderts.

Hysterische, herzzerreißende, pragmatische, neurotische, sinnliche, witzige Dialoge „vorher und nachher“. Originalton Schnitzler: „…eine bunte Reihe; aber etwas Unaufführbareres hat es noch nie gegeben.“ Und dennoch gelang dem Autor ein bezauberndes Kunstwerk – poetisch, komisch und elegant.

Der Wiener Schriftsteller Arthur Schnitzler (1862-1931) fühlte sich einsam – trotz zahlreicher Liebeleien. Für ihn gab es keine Liebe. Erst mit fast 40 Jahren überwand er seine Bindungsangst und heiratete eine Schauspielerin. Doch die Ehe scheiterte. Seine Frau verließ ihn. Als sich dann auch noch seine 18-jährige Tochter das Leben nahm, zerbrach er und starb am 21.10.1931 an den Folgen einer Gehirnblutung. Und vielleicht auch an gebrochenem Herzen.
Wer war dieser Mensch Arthur Schnitzler? Ein Zyniker, ein Liebender, fraglos aber ein Einsamer. In seinem berühmten Theaterstück „Der Reigen“ bringt er die Doppelmoral und Heuchelei, Triebhaftigkeit und Vergänglichkeit der Liebe und Sexualität zum Ausdruck. Er äußert sich sarkastisch über die Moral der Menschen, ihren Verfehlungen, Lügen und Trieben. Er seziert, durchdringt das Unterbewusste und bringt bittersüße Wahrheiten ans Tageslicht. Verbal attackierte er hierbei die versteckte Frivolität, Oberflächlichkeit und Eitelkeit des Wiener Bürgertums. Dies brachte er zwar mit Witz, Ernst, Ironie und Verbitterung zu Papier.

„Geschrieben hab ich den ganzen Winter über nichts als eine Scenenreihe, die vollkommen undruckbar ist, literarisch auch nicht viel heißt, aber, nach ein paar hundert Jahren ausgegraben, einen Theil unserer Cultur eigentümlich beleuchten würde.“ A.Schnitzler, 1897

Es spielen: Josephine Gey, Janosch Roloff
Inszenierung: Irina Miller

Regieassistenz: Natalie Buba, Micha Baum

Premiere: 8.06.2016, Orangerie -Theater im Volksgarten, weitere Vorstellungen: Orangerie -Theater im Volksgarten, EGW Wetzlar, KuB Bad Oldesloe, Monsun-Theater Hamburg

Pressestimmen

„(…) Alles andere als gefällig ist Irina Millers Inszenierung, die jetzt in der Orangerie zu sehen war. Mit den fabelhaften Schauspielern Janosch Roloff und Josephine Gey vom Nö-Theater hat Irina Miller (…) rigoros den Staub vom einstigen Skandalwerk gepustet (…) Bestes Material also für die beiden Protagonisten, ihre großartige Wandlungsfähigkeit in neun verschiedenen Rollen unter Beweis zu stellen. (…) Ein Höhepunkt dieses überaus kurzweiligen Sex-Reigens: Roloff als „Dichter“ erprobt mit großer genialischer Geste seine Verführungskünste bei der exaltierten „Schauspielerin“ mit einem erotischen Tango und scheitert doch am Wesentlichen – urkomisch! (…) Zwei amüsante Stunden, die wie im Flug vergehen. Und die beim Publikum hervorragend ankamen.“
Barbro Schuchardt, KR, 10.06.2016

Eine Produktion des nö theaters, in Kooperation mit Irina Miller, der Orangerie – Theater im Volksgarten und der Theaterakademie Köln.

 

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